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2015 Maria-Ward-Schule Nürnberg

Die Maria-Ward-Schulen hatten sich entschlossen, einen Etz-Chaim-Lauf durchzuführen, der alle Schülerinnen der Realschule und des Gymnasium zu sieben Stationen der christlich-jüdischen Geschichte führt. Der Lauf fand am 29. Oktober 2015, von 8:00 bis 13:30 Uhr, statt. Startpunkt war die Maria-Ward-Schule am Kesslerplatz 2. Es nahmen rund 1000 Schülerinnen daran teil.

An den Stationen erläuterten sie den historischen Hintergrund. Dann erfolgte eine musikalische oder literarische Darbietung. Schülerinnen der 5. Klassen verteilten Info-Postkarten an Passanten. Alle übrigen Schülerinnen liefen während des Vormittags die Stationen an. Auf diese Weise erhielten sie Informationen zur christlich-jüdischen Stadtgeschichte und Impulse zur Toleranz gegenüber anderen Religionen. Schirmherren dieser Veranstaltung waren der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg, Rudi Ceslanski, der katholische Stadtdekan Hubertus Förster und der evangelische Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein.

1. Station. Theodorstraße unmittelbar vor der Schule. Der Blick fällt auf die Häuser Theodorstraße 3 und 5. Dort wohnten bis zur Deportation jüdische Familien. Stolpersteine erinnern an ihr Schicksal.
2. Station: Leo-Katzenberger-Weg. Dort befindet sich am Ufer der Pegnitz der Gedenkstein für die in der Reichspogromnacht zerstörte Synagoge.
3. Station: Frauenkirche. Vor dem Jahr 1349 befand sich das Judenviertel dort, wo heute Hauptmarkt und Frauenkirche sind. Die Kirche steht an der Stelle der ehemaligen Synagoge. Ein Davidstern im Chor der Kirche erinnert an dieses Pogrom. Schülerinnen der Oberstufe stellen die Vertreibung der Juden im Jahr 1349 dar.
4. Station: Das heutige Kaufhaus Wöhrl. Es war ab 1933 das Kaufhaus Weißer Turm. Aber ältere Mitbürger nannten das Haus nur den „Tietz“, benannt nach dem jüdischen Mitbürger Oscar Tietz, der den klassizistischen Bau als Kaufhaus 1886 gebaut hat.
5. Station: Essenweinstraße. Hier stand die 1903 erbaute Synagoge „Adas Jisroel“, die ebenfalls in der Reichspogromnacht zerstört wurde.
6. Station. Pfannenschmiedsgasse, Hier stand dort, wo sich heute der Kaufhof befindet, das Haus des Stürmer-Verlag, in dem antisemitische Hetzschriften unter der Führung des fränkischen Gauleiters Julius Stürmer gedruckt wurden.
7. Station: „Straße der Menschenrechte“. Das Kunstwerk wurde 1993 von Dani Karavan geschaffen. Die 1. Säule ist in jiddischer Sprache geschrieben.

Die Bilder zum Etz-Chaim-Lauf  am 29. 10. 2015 finden Sie hier:
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Der Etz-Chaim-Pokal wurde am 06.03.2016 weitergegeben. Im Historischen Rathausssaal in Nürnberg fand eine Vernissage mit Darstellung des Etz-Chaim-Laufs und weiterer Aktivitäten statt. Die musikalische und szenische Umrahmung der Matinee übernahmen Schülerinnen der Maria-Ward-Schulen. Altbischof Dr. Johannes Friedrich hielt den Festvortrag.
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